100 Jahre Kapelle auf dem Steinbergerhof
(Abschrift des Berichtes aus der Olbrück-Rundschau vom 28.06.2001, Seite 50/51)


 

Die Kapelle
Die Kapelle "zur schmerzhaften Muttergottes" wurde (laut Jahreszahl über dem Portal) im Jahre 1901 errichtet von Johann Ritzdorf (*1853 +1925) und Elisabeth geb. Bell (*1860 in Weibern; +1910). Sie errichteten die Kapelle auf eigenem Grund und Boden - und auf eigene Kosten.
Leider haben sich in der Familie keinerlei Akten über den Bau der Kapelle erhalten. Und auch in den Akten der Archive der Kirchen und Zivilgemeinde Wehr, der Schulchronik, dem Archiv der Verbandsgemeinde u.s.w. finden sich keinerlei Hinweise. Auch mündliche Tradierungen in der zahlreichen Nachkommenschaft des Stifterehepaares existieren nur sehr wenige.
In einem Zweig der Familie will die Überlieferung wissen, dass "ein Pater aus Maria Laach" den Entwurf für die Kapelle gefertigt habe. Bei Betrachtung der Formensprache der Kapelle erscheint dies sehr glaubhaft! - und wäre durch die Nähe zur Benedektinerabtei ja auch gut zu erklären.
Die Kapelle ist ein stattliches Bauwerk, dessen Kreuzgratgewölbe die beachtliche Höhe von 4,20 m erreicht. Sie ist mit einem halbrunden Chorabschluss versehen.
Das Tuffsteinmauerwerk erfuhr eine sehr dekorative und aufwendige Gestaltung. Über dem mit der Jahreszahl 1901 versehenen Rundbogenportal steht in einer ebenso gestalteten Nische die Figur des hl. Josef mit dem Jesuskind.
Im Giebel sieht man in einer Öffnung eine kleine Glocke - und von dem First ragt ein interessant getaltetes Tuffsteinkreuz ins Land. Die Fenster zu beiden Seiten der Kapelle zeigen Dreipass-Maßwerk. Die Innenausstattung überzeugt durch eine klare ruhige Linienführung. Der Hauptaltar - ebenfalls aus Tuffstein gefertigt - zeigt schöne Steinmetzarbeit. Die Skulptur der "schmerzhaften Muttergottes" (Maria mit dem Leichnam Jesu auf dem Schoß) ist ein Vesperbild im Stil der Erbauerzeit um 1900.
Entsprechend der Erbauungsgeschichte obliegt die Pflege der Kapelle auch jetzt noch einer Familie aus der Nachkommenschaft des Erbauerpaares; Heute ist es die Familie Feldmann-Burchert, welche für die Erhaltung des Bauwerkes und die Ausschmückung der Kapelle zuständig ist.

Die Erbauer der Kapelle auf dem Steinbergerhof im Jahre 1901; Johann Ritzdorf und Ehefrau Elisabeth geb. Bell

Die größte Sorge bereitet das kleine Gotteshaus dadurch, dass eine Isolierung gegen die Bodenfeuchtigkeit beim Bau nicht vorgenommen wurde. Diesem Zustand abzuhelfen, um die schöne Kapelle mit der Zeit nicht verderben zu lassen - dazu sollte sich die ganze Pfarrgemeinde Wehr verpflichtet fühlen - und sollten wir diese Aufgabe und Auslagen nicht alleine den heutigen Betreuern zumuten!
100 Jahre steht auf dem über 850-jährigen Steinbergerhof nun die Kapelle, welchedie Eheleute Johann und Elisabeth Ritzdorf errichteten. Neben vielen Gästen aus der ganzen Umgebung nehmen viele Enkel, Ur, Ur-ur, und sogar Ur-Ur-ur Enkel an diesem Festtag teil.


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Gerd Wyrwas 07.07.2001